Von Vancouver über Vancouver Island nach Portland

2. Etappe (500 km, 3300 hm↑ M↓ 3200hm, 28 h)

Nach 10 Tagen Aufenthalt in Vancouver fahre ich nun erholt mit meinem ursprünglichen vsf Fahrradmanufaktur Fahrrad weiter nach Süden und überquere die Kanadisch-/US-amerikanische Grenze. Über die Olympic Peninsula (Washington) geht es in Richtung Portland.

DSC00233Tag 19 (27.08):

Von Vancouver zur Tsawwssen Bay und ca. 2,5 h mit der Fähre zur Swartz Bay nach Vancouver Island. Von dort über den Lochsidetrail nach Victoria.

22°C, 52 km, 250 M ↑ 220 M↓, 4h 02min

 

Da ich mich bis zu meiner Ankunft in Victoria noch um keine Übernachtungsmöglichkeit umgesehen hatte, setzte ich mich in ein Café im Stadtzentrum um das Wifi zu nutzen. Während ich meinen Chai Latte trank, kam Fabian, ein deutscher Auswanderer, der seit seinem Studium in Victoria lebt, vorbei. Ich fragte ihn nach einer möglichen Unterkunft und er sagte, dass er sich bei mir telefonisch meldet, jedoch gleich einen Geschäftstermin habe. Eine Stunde später kam eine Nachricht von ihm und er schrieb, dass ich um 20 Uhr zum Hafen kommen soll, da dort ein Open-Air-Konzert stattfinden würde. Ohne zu wissen, ob sich am meiner Übernachtungssituation etwas ändern würde, bin ich zum Hafen gefahren, wo Fabian, seine Frau Chin und ein befreundetes Ehepaar: Debbie und John auf mich warteten. Fabian arrangierte, dass ich bei seinen Freunden übernachten konnte und lud mich kurzerhand auf das Konzert ein. (Es spielte Alex Cuba, ein kanadisch-kubanischer Jazzsänger, der den diesjährigen Grammy gewonnen hat.)

Das Konzert und die ganze Stimmung waren einfach zauberhaft. Vielen Dank Fabian!

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Darius mit Debbie, Chin, Fabian und John auf dem Alex Cuba Open Air Konzert in Victoria.

Tag 20 (28.08):

23°C, 24 km, 120 M ↑ 140 M↓, 1h 25min

Am nächsten Tag bin ich nach sehr schönen Gesprächen am Frühstückstisch mit Debbie und John, die mich zu einer zukünftigen Kanutour entlang der Vancouver Island einluden, zur Fähre nach Port Angeles (Washington) in die USA, aufgebrochen.

Vor dem Grenzübergang und den Kontrollen hatte ich ein wenig Bammel, da mir allerhand Schwierigkeiten und mögliche Probleme von amerikanischer Seite prophezeit wurden. Der Grenzübergang ging bis auf die Wartezeit und die Kontrollen widererwartend problemlos von statten.

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Auf der zwei stündigen überfahrt auf die Olympic Peninsula kam ich ins Gespräch mit Ed, der so fasziniert von meiner Geschichte war, dass er mich mit Spendengeldern unterstützte und seine Firma ansprechen wollte, mich zu Sponsern. Was daraus geworden ist weiß ich jedoch nicht. Dennoch unheimlich nett und schön zu sehen wie sehr ich andere Menschen mit meiner Geschichte motivieren und inspirieren kann.

 

Die Nacht verbrachte ich bei Lonnie Boyd einem Warmshowers Urgestein, der seinen Garten schon tausenden Reisenden zur Verfügung gestellt hat. Auf einer Weltkarte in seiner Küche steckten Pinnadeln von den Herkunftsorten seiner Gäste. Für meine Pinnnadel war in Deutschland kaum noch ein Platz zur Verfügung. Woher wohl die ganzen Reisenden kommen? Mein Zeltnachbar war Surrab aus San Francisco, der sich ein halbes Jahr beurlauben lassen hat um die USA mit dem Rad zu erkunden.

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Lonie, Surrab, Darius

Tag 21 (29.08):

Von Port Angeles über den Olympic Discoverytrail nach Sequim.

27°C, 20 km, 105 M ↑ 105 M↓, 1h 07min

 

Da ich nun in den USA war, brauchte ich eine US-Simkarte für mein Handy. Niemals hätte ich mir das so umständlich und kompliziert ausgemalt. Da sich die USA von jedem Land der Welt abheben möchten (Nicht nur mit Temperatur- und Maßangaben), ist es mit einem nicht amerikanischen Smartphone unheimlich schwer eine Simkarte zu registrieren. Total frustriert und genervt, saß ich am Nachmittag in Sequim an einem Supermarktparkplatz und aß etwas, als mir Ingrid, eine bayerische Auswanderin, anbot bei ihr unterzukommen. Kurz zuvor unterhielten wir und an der Kasse, da sie auf mein Deutsches Hirntumorhilfe Shirt aufmerksam wurde.

Ingrid lebt mit ihrem Mann Mike, einem ehemaligen US-Soldat der in Deutschland stationiert war und ihren vier Kindern Melissa, Justin, Rayen und Tim seit über 12 Jahren in Washington. Da ich mich unheimlich wohl und gut aufgehoben fühlte, verbrachte ich einen weiteren Tag bei ihnen. Übrigens konnte mir Mike mit seinem Smartphone und seiner amerikanischen Kreditkarte helfen die Sim-Karte nach langer Zeit zu aktivieren.

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Mike,Tim, Ingrid und Melissa Porter

Tag 22 (30.08)

Pausentag bei Familie Porter in Sequim.

 

Tag 23 (31.08)

Von Sequim über Olympic Discoverytrail und den Highway 101 nach Brinnon (Olympic National Forest)

 

31°C, 80 km, 680 M ↑ 600 M↓, 4h 05min

Die Nacht verbrachte ich im Zelt Olympic Forrest, was sehr magisch war. Am nächsten Morgen hatte ich eine unheimliche Energie die ich so, selten gespürt habe.

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Vsf Fahrradmanufaktur Fahrrad im Olympic National Forest

Tag 24 (01.09)

Von Brinnon über den Highway 101 nach Shelton entlang des Hood Canal

27°C, 80 km, 553 M ↑ 540 M↓, 4h

 

Tag 25 (02.09)

Von Shelton nach Chehalis

26°C, 80 km, 535 M ↑ 477 M↓, 4h 55min

 

Schon seit dem Aufbruch in Vancouver hatte ich einen leichten Hautausschlag unter meinen Achseln, der jedoch nicht weiter schlimm war und kurz vorm abklingen war.

Leider entzündete sich dieser Ausschlag sehr stark und fing teilweise zu eitern an was ziemlich schmerzhaft war. An diesem Abend war ich sehr erschöpft und hatte starke Kopfschmerzen.

 

Tag 26 (03.09)

Von Chehailis nach Longview

32°C, 480 km, 475 M ↑ 540 M↓, 3h 15 min

 

Die Kopfschmerzen und Erschöpfungserscheinungen des vorherigen Tages ließen leider auch am nächsten Morgen nicht nach. Dennoch fuhr ich weiter in Richtung Süden. Auf dem Rad ging es mir bei gemächlichem Tempo bald deutlich besser und so fuhr ich nach Castle Rock. Während meiner Mittagspause in einer Bar traf ich Teresa und George, die mich nach einem unheimlich tollen Gespräch ein paar Kilometer mit nach Longview nahmen und mir ihr Gästezimmer zum Übernachten anboten.

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Teresa und George

Tag 27 (04.09)

Von Longview entlang des Columbia Rivers nach Portland

28°C, 91 km, 553 M ↑ 540 M↓, 4h 50 min

 

Am Morgen führten mich Teresa und George zu einem typischen American Diner zu einem Pancakefrühstück aus. Frisch gestärkt ging es dann nach Portland. Auf dem Weg schweifte mein Blick häufig nach Osten, da nur 50 km entfernt der bekannte Vulkan Mount Sait Helens zu sehen war, der 1980 bei einer Eruption explodierte und über 400 Meter seiner ursprünglichen Höhe weggesprengt wurden. Für mich als begeisterter Geografielehrer war das absolut faszinierend.

Am späten Nachmittag kam ich dann in Portland bei meiner Unterkunft an. Auf meinem Weg in die Stadt stellte ich fest, dass Portland sehr fahrradfreundlich ist und mir viele Radwege zur Verfügung standen.

In Portland hatte ich schon seit einigen Monaten Kontakt zu Laura Molten. Laura gründete 2011 Street Books, eine mobile Bibliothek auf Fahrrädern, die Obdachlosen und einkommensschwachen Menschen den Zugang zu Literatur, Kultur und Bildung ermöglichen soll. Da ich mit meinem Projekt Menschen motivieren und inspirieren möchte und zeigen will, dass es sich lohnt nicht aufzugeben, war Laura davon begeistert mich auf eine Bibliotheksschicht mitzunehmen.

Da Freunde von Laura eine freie Ferienwohnung hatten organisierte sie meine Unterkunft für die nächsten Tage.

So kam es, dass ich bei Carolyn und Bruce einem älteren Ehepaar, die wenige Häuser von Laura entfernt wohnten, unterkommen konnte. Am Abend meiner Ankunft wurde der Nachbar Chris aus der Bretagne, Laura, ihr Ehemann Ben sowie die beiden Kinder Sylvie und Cohen zum Abendessen eingeladen. Seit Corona haben sie keine Freunde mehr eingeladen und nutzen somit meine Ankunft als Anlass für eine kleine Feier.

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St. Johns Bridge in Portland

So geht es weiter…

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