Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

 

Akupunktur, qi (chi) und Co.
 

 

 

Je stiller man ist, desto mehr kann man hören.
Chinesische Weisheit
 
Laut traditioneller chinesischer Medizin (TCM) fließt im Körper eines jeden Lebewesens eine Art Lebensenergie, das qi (chi), welches man fortwährend, unter anderem auch durch die Atmung oder die Nahrung in sich aufnimmt. Das qi fließt auf ganz bestimmten Bahnen, die man MERIDIANE nennt, und ermöglicht so dem Körper, zu funktionieren. Diese Energie, die sowohl außerhalb wie innerhalb des Körpers vorhanden ist, betrifft nicht nur den Körper selber, sondern auch die Seele und den Geist. Und ähnlich, wie die Nervenbahnen jeden einzelnen Punkt im Körper miteinander verbinden, so versorgen die Meridiane jeden einzelnen Körperpunkt mit der Energie qi.
 
Man kann sich also vorstellen, dass der Körper mit sich in Harmonie und gesund ist, wenn das qi ungestört und in ausreichendem Maße fließen kann. Wird man jedoch krank, ist dadurch der Fluss des qi in irgendeiner Weise gestört, blockiert oder auch geschwächt.
Durch eine Verletzung zum Beispiel kann das qi gestaut werden, und dann gilt es mit Hilfe der Akupunktur oder/und einer bestimmten chinesischen Arznei, diese Stauung aufzulösen und das qi wieder ungestört zum Fließen zu bringen. Und auch die Akupunktur kann ihrerseits wieder durch ein homöopathische Mittel unterstützt werden.
Bestimmte Merkmale, wie Beschwerdesymptome, das Aussehen der Zunge oder die Beschaffenheit des Pulses geben dem chinesischen Arzt oder Therapeuten darüber Aufschluss, wo er mit seiner Therapie anzusetzen hat. Selbst ein schwaches qi kann man mit Hilfe der TCM wieder stärken.
Durch Ertasten kann man die Schmerzpunkte und die Muskelverspannungen feststellen. Danach werden sehr zielgenau die Nadeln gesetzt, allerdings nicht nur an den Schmerzpunkten, sondern auch auf anderen Punkten der zugehörigen Energiebahnen (bei meiner Meniskusverletzung z. B. auf der gegenüberliegenden Seite, am Unterarm, am Fuß usw.).
Damit die Nadeln auch auf die richtige Weise ihre Wirkung tun können, soll ein „dumpfes“ Gefühl an der Einstichstelle entstehen. Man muss sich das so vorstellen:
Man merkt den Einstich der Nadel nicht als schmerzhaften Stich, sondern als eine Art Anreiz des Energieflusses. Es entsteht zum Teil sogar ein leicht kribbelndes Gefühl, wie von „elektrischem Strom“, der durch die genadelte Stelle geht. Da dieses Gefühl allerdings nicht immer und sofort auftritt, hat der Arzt die Möglichkeit, die Leiterbahnen ein wenig zu reizen, indem er die Nadel leicht zwischen den Fingern hin und her dreht. Manche Punkte reagieren dann sehr schnell darauf, andere erst beim wiederholten Mal. Dann lässt der Arzt die Nadeln in Ruhe ihre Wirkung tun.
Während ich nun im Liegen die Akupunktur wirken lasse, spüre ich, wie nach und nach die verschiedensten Punkte und sogar ganze Regionen in meinem Körper von etwas durchflossen werden, das sich warm und wohlbehaglich anfühlt. Dieses „Es“ steigt in mir langsam nach oben, fällt nach rechts und links ab und zerstreut sich wieder nach unten, um den ganzen Körper damit zu füllen.
 
Die fünf Elemente
 
Nach der Wirkungszeit von ca. 20 Minuten werden die Nadeln wieder gezogen, meist aber nicht ohne vorher noch einmal einen leichten Reiz auf die Einstichstelle ausgeübt zu haben.
Ein einziges Mal kam es vor, dass durch meine Gedanken eine gewisse innere Anspannung in meinem Körper entstand, und dann kann es passieren, dass ein Teil des Qis in Form eines kleinen Blutströpfchens an der ein oder anderen Stelle nach außen „fließt“, welches der Arzt aber durch den Druck mit dem Finger auf diesen Punkt im selben Moment wieder versiegen lassen kann.
Für die Akupunktur setzten wir ungefähr zehn weitere Termine an, immer im Abstand von 3-4 Tagen. Dann waren der Reize genug gesetzt.  
Den weiteren Heilungsvorgang übernahm dann das homöopathische Konstitutionsmittel, und ich hatte
eine Operation erfolgreich umgehen können!
- In China wird übrigens Akupunktur meist sogar täglich vorgenommen. -